Vorsicht vor Internet-Abzocke

Über das Internet Geld zu verdienen ist ein Wunsch, den viele Haben. Sei es wegen der Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber oder der Flexibilität im Bezug auf Arbeitszeit oder auch weil von vielen vorgegaukelt wird, wie einfach es sein kann, online reich zu werden. Damit häufen sich die Gratis-Angebote für Ebooks, Software, CDs und Dienstleistungen. Der Grund dafür liegt im Aufbau eines Kundenstammes.  Doch nicht alles, was gratis ist, ist letztendlich auch kostenlos. So manche Webseite tarnt sich nur mit dem Zauberwort kostenlos, um Besucher in die Kostenfalle zu locken. Erfahren Sie, wie Sie schwarze Schafe erkennen und wie Sie sich – falls es doch passiert ist – gegen Abzocker wehren können.



Ob Gratis-Download, Hausaufgabenhilfe oder Routenplanung – die Kreativität von arbeitsscheuen Internetbetrügern kennt keine Grenzen. Nach wie vor versuchen sie mit allerlei Tricks und Vorwänden, den Usern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch es gibt Mittel und Wege, sich zu schützen und zur Wehr zu setzen:

  • Der erste Schutz gegen Kostenfalle ist aufmerksames Lesen der Webseite. Lassen Sie sich nicht von Kostenlos & Co. in großen Lettern blenden, denn oftmals sind Konditionen, Einschränkungen und Preisangaben irgendwo auf der Webseite untergebracht – nur eben so geschickt, dass man es erst auf den zweiten Blick erkennt.
  • Studieren Sie auch die AGB, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Spätestens hier werden Sie fündig, falls Kosten entstehen sollten. Falls auch da keine Preisangaben gemacht werden, haben etwaige spätere Rechnungen sowieso keine Grundlage.
  • Drucken Sie die Webseite und die AGB aus, um später nachweisen zu können, dass das Angebot kostenfrei war bzw. dass Sie arglistig getäuscht worden sind.
  • Eine recht neue Masche sind kostenlose Apps – in letzter Zeit werden sie immer häufiger als Abofallen missbraucht.

Was tun, wenn man doch hereingefallen ist?

Die meisten Rechnungen, die unerwartet zugesandt werden, liegen im Bereich zwischen 30 und 100 Euro. In der Regel kommen sie per Email. Reagieren Sie aber nicht auch per Email, sondern machen Sie sich die Mühe, auf der betreffenden Webseite das Impressum aufzurufen, um die korrekte Postanschrift des Betreibers zu ermitteln. Widersprechen Sie der Rechnung schriftlich per Einschreiben mit Rückschein, nicht nur per Email, deren Erhalt leicht geleugnet werden kann. Vor allem machen Sie das nach Möglichkeit sofort, um Fristen einzuhalten.

Ignoriert der Seitenbetreiber Ihren Widerspruch und beauftragt er ein Inkassobüro mit der Einziehung der Forderung, brauchen Sie darauf nicht reagieren. Einer Inkassofirma stehen keinerlei rechtliche Hilfs- und Druckmittel zur Verfügung. Es kann vor allem keinen Mahnbescheid beantragen, das darf nur der Anspruchsteller selbst.

Sollte das geschehen und Sie erhalten von einem Amtsgericht einen Mahnbescheid, dann müssen Sie allerdings unbedingt aktiv werden und innerhalb von 2 Wochen Widerspruch einlegen.

Der nächste Schritt wäre dann, dass der Anspruchsteller bei seinem Amtsgericht gegen Sie Klage erheben müsste. Die Erfahrung zeigt, dass dies in den seltensten Fällen geschieht, wenn die Forderung auf dubiose Weise zustande gekommen ist.

Eine sehr wirkungsvolle Reaktion ist, wenn der Verbraucher eine Rechtsschutzversicherung hat, die allgemeinen Vertragsrechtschutz mit einschließt. Dann kann er sich ohne Kostenrisiko einen Anwalt nehmen, der die Rechnung zurückweist. Danach hören Sie in aller Regel nie mehr etwas von dem Anspruchsteller.

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